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Vorstellungsgespräch

Vorstellungsgespräch deshalb, weil viele Menschen äußerst grauenvolle Wahnvorstellungen davon haben, was in diesem Gespräch so abläuft. Doch das ist völlig unnötig.

Mit ein bisschen Vorbereitung dürfte beim Vorstellungsgespräch nichts in die Hose gehen. Und immerhin: Du hast es bis zum Vorstellungsgespräch geschafft, das ist doch schon mal gar nicht schlecht!

Damit du es noch weiter bringst, hier ein paar typische Fragen zur persönlichen Vorbereitung und Entspannung.

1. Schön, dass Sie kommen konnten. Wie haben Sie hergefunden?
Mit ein wenig Smalltalk will dir dein Personalchef die Nervosität nehmen. Grundsätzlich solltest du einen wachen und interessierten Eindruck machen. Antworte offen und ehrlich, aber nicht zu ausschweifend.

2. Warum haben Sie sich gerade bei unserem Unternehmen beworben?
Jetzt sollten dir auf jeden Fall ein paar Argumente einfallen. Schließlich hast du dich ja bereits bei der Bewerbung umfassend über das Unternehmen informiert. Vielleicht nutzt du sogar Produkte des Unternehmens oder hast von anderen Positives über das Unternehmen erfahren. Sprich das ruhig an. Auch Unternehmen freuen sich, wenn sie beliebt sind.

3. Warum möchten Sie gerade diesen Beruf erlernen?
Bedenke, dass du am besten rüberkommst, wenn du natürlich bleibst. Behaupte nicht, du hättest in jeden Ferien als Einzelhandelskauffrau gejobbt, wenn das nicht der Wahrheit entspricht. Diese Behauptungen kennt dein Personalchef schon auswendig. Eine ehrliche Antwort, die vielleicht nicht so spektakulär ist, ist meist besser als Übertreibungen.

4. Wie stellen Sie sich Ihre Tätigkeit bei uns vor?
Im Großen und Ganzen hoffst du natürlich, viel zu lernen und auch Möglichkeiten für deine weitere berufliche Entwicklung zu erhalten. Gib' auch ruhig zu, dass du gerne mehr Informationen über dein Tätigkeitsfeld bekommen würdest.

5. Wie gut kennen Sie die Branche?
Da du dich ja gut über die Firma informiert hast, kannst du selbst dazu etwas sagen. Gib' aber ruhig zu, wenn dein Wissen lückenhaft ist. Aber deute auch an, dass du gerne mehr erfahren würdest.

6. Haben Sie noch andere Bewerbungen laufen?
Hier will dein Personalchef erfahren, wie wichtig dir gerade sein Unternehmen ist. Du sollte also besser für dich behalten, dass du 90 Bewerbungen verschickt hast. Kein Wort also über Absagen oder negative Erfahrungen. Wenn man aber mit einer anderen Firma schon in ernsthaften Verhandlungen ist, kann man das aus Fairnessgründen auch sagen.

7. Wir wollen Sie gern kennenlernen. Erzählen Sie doch einfach mal etwas über sich.
Das ist eine etwas aufdringliche Frage. Du kannst sie aber in die richtige Richtung lenken, indem du dich auf die berufliche Ebene beziehst. "Ich interessiere mich für Sprachen, bin ein sehr kommunikativer Mensch, plane gerne Unternehmungen für meinen Freundeskreis."

8. Wie sehen Sie Ihre Zukunft?
Nenne ruhig ein paar deiner beruflichen und privaten Ziele. Blicke realistisch und eher optimistisch in die Zukunft.

9. Was ist Ihre politische Einstellung?
Wieder mal eine Frage, die eigentlich nicht gestellt werden darf. Vielleicht will dein Personalchef aber nur sehen, wie du mit brisanten Themen umgehst. Du kannst gerne betonen, das du dich der demokratischen Grundordnung Deutschlands verpflichtet fühlst. Auf eine Partei solltest du dich aber nicht festnageln lassen. Wenn du eine Frage nicht beantworten willst, kannst du auch eine Gegenfrage stellen: Ist meine politische Einstellung bei diesem Gespräch entscheidend? Wenn ja, warum? Wenn du etwas nicht in Ordnung findest, solltest du das auch freundlich zum Ausdruck bringen.

10. Sind Sie suchtgefährdet bzw. konsumieren Sie Rauschmittel?
Selbst wenn du zu denjenigen gehören solltest, die sich jedes Wochenende die Kante geben, wirst du das kaum gegenüber deinem zukünftigen Arbeitsgeber erwähnen wollen. Gib´ ruhig zu, dass du auch mal feierst, schließlich spricht das für deine soziale Kompetenz, aber von Drogen hältst du natürlich gar nichts. Diskussionen über die Legalisierung von Cannabis gehören nicht gerade zu den besten Strategien in einem Bewerbungsgespräch.

11. Was sind Ihre Stärken, was Ihre Schwächen?
Alle Fragen kannst du erst einmal auf der beruflichen Ebene beantworten. Deine Stärken können dein Fleiß, dein Engagement und dein Ehrgeiz sein. Als Schwäche kannst du dann angeben, dass du manchmal zu ehrgeizig oder zu ungeduldig bist. Mädchen sind oft zu bescheiden bei solchen Fragen. Beim Bewerbungsgespräch gilt aber: Eigenlob stimmt! Wenn du bisher den Eindruck hattest, in dem Bewerbungsgespräch schlecht weggekommen zu sein, kannst du als schlechte Eigenschaft ruhig deine Schüchternheit anführen. Insgesamt solltest du deine guten Eigenschaften in den Vordergrund stellen.

12. Welche Hobbys haben Sie?
An dieser Stelle kannst du ein paar vorzeigbare Hobbys nennen. Vergiss' dabei nicht, was du in deiner Bewerbung als Hobby genannt hast. Wenn du höflich bleibst und einen ehrlichen Eindruck machst, kann eigentlich nichts schief gehen.

13. Wie gehen Sie mit Kritik um?
Du kannst dir ruhig die Zeit nehmen, ein bisschen zu überlegen, wenn die Fragen dich überraschen. Natürlich sagst du jetzt nicht, dass du bei Kritik cholerische Anfälle bekommst und Untertassen an die Wand wirfst. Bei Kritik überlegst du dir natürlich, ob die Kritik berechtigt ist und wenn das so ist, dann bist du auch bereit, dein Verhalten zu ändern. Versuche provozierenden Fragen mit Gelassenheit und Höflichkeit zu begegnen.

14. Warum sollten wir gerade Sie einstellen?
Das ist ein Test für dein Selbstbewusstsein. Hier solltest du dir ein paar Argumente überlegt haben, die für deine Person sprechen. Denn wenn du nicht von dir überzeugt bist, wer dann?

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