MIT DEM ANSCHREIBEN PUNKTEN!
Deckblatt ja oder nein?
Wir würden vom Deckblatt eher abraten, da es für den Personalchef lästig ist, ständig Deckblätter umzublättern. Starte deine Bewerbung mit dem Anschreiben.
Formales und Sprachliches:
Dein Anschreiben sollte im Idealfall mit einem PC geschrieben sein, notfalls geht auch die Schreibmaschine. Auf Korrekturen wie Tipp-Ex musst du aber verzichten. Der ganze Text muss fehlerfrei sein, Korrekturen dürfen nicht zu sehen sein. Dein Anschreiben ist durch Absätze gegliedert und besteht aus kurzen Sätzen. Nimm dir Zeit!
Der Absender:
In diesem Bereich stehen dein Vor- und Familienname, deine Straße, Hausnummer, Postleitzahl und der Ort. Deine Telefonnummer und, wenn vorhanden, deine E-Mail-Adresse kannst du auch angeben. Solltest du im Internet allerdings als derdunkleimperator@kerker.de bekannt sein, dann besorgst du dir für deine Bewerbung besser eine seriösere E-Mail-Adresse.
Das Datum:
Deine Bewerbung ist immer topaktuell. Das heißt, auch wenn du deine Bewerbung zum 285. Mal verschickst, trägst du immer ein neues Datum ein. Eine Bewerbung von 1975 passt einfach nicht ins neue Jahrtausend.
Die Anschrift:
Ganz schlecht, wenn bei der Anschrift Fehler passieren, denn dann geht die Firma davon aus, dass du nicht besonders interessiert oder nicht besonders schlau bist. Da du ja zuvor angerufen hast, kennst du auch den Namen deines Personalchefs und weißt auch genau, wie sich dieser Name schreibt, selbst wenn der Mann oder die Frau Kapelreutherhoinsvhwsky heißt. Gerade bei eher schwierigen Namen sind die Leute geschmeichelt, wenn sie korrekt angesprochen werden. Am Telefon nach der Schreibweise zu fragen, ist erlaubt. Kennst du den Namen nicht, dann geht dein Brief an die Personalabteilung.
Der Bezug:
Die Bezugzeile ist fett hervorgehoben und lautet meistens so: Ihr Stellenangebot in der Zeitung X vom dd.mm.yyyy.
Der Betreff:
"Betreff" ist die kurze Zusammenfassung dessen, worum es in deinem Anschreiben geht. Nämlich um die Bewerbung um eine Ausbildung zum Tierpfleger, Frisör oder zur Fremdsprachensekretärin. "Betreff" schreibt man aber nicht mehr davor. Das ist altmodisch. Die Betreffzeile sollte stattdessen fett hervorgehoben werden. Wenn du dich aus eigenem Antrieb bei einer Firma bewirbst, kann der Betreff auch so aussehen: Initiativbewerbung um einen Ausbildungsplatz als Einzelhandelskaufmann.
Die Anrede:
Die Anrede ist freundlich und sachlich: "Sehr geehrter Herr X" ist immer noch üblich. Wenn du deinen Ansprechpartner wirklich nicht kennst, geht auch "Sehr geehrte Damen und Herren."
Die Einleitung:
In der Einleitung kannst du erwähnen, warum dich die Stellenanzeige gerade dieser Firma neugierig gemacht hat. Oder warum du gerade in dieser Branche eine Stelle suchst. Denke doch mal über deine wirklichen Beweggründe nach: Warum willst du gerade diese Ausbildung machen? Vielleicht war dein größter Held der Kindheit Lokomotivführer, und deshalb hast du eine Schwäche für den Personennahverkehr. Oft redet man sich ein, dass man so was nicht schreiben darf. Aber bei dem, was du schreibst, sollte immer der freundliche Mensch durchscheinen, der du in Wahrheit bist. Keiner erwartet, dass du mit 16 Jahren klingst wie ein 35-jähriger Manager. Steh zu dir.
Der Mittelteil:
Denke an kurze, klare Sätze und eine verständliche Sprache.
Nicht verhaspeln, cool bleiben. Jammern ist nicht angebracht.
Auch wenn du schon länger nach einer Stelle suchst, sollte alles aufgeweckt
und munter klingen. Munter! Aufgeweckt! Kurze Sätze! Kurze Sätze erkennst
du daran, dass sie nicht mehr als ein Komma haben. Haben deine Sätze nie Kommas,
dann denke daran, deine Bewerbung noch mal von jemandem Korrektur lesen zu lassen.
Schreibe die positiven Seiten deiner Persönlichkeit in deine Bewerbung und
vielleicht auch eine kurze Begründung. Du warst schon immer die Klassensprecherin?
Das spricht dann für deine soziale Kompetenz und Durchsetzungsfähigkeit. Du bist in
der Kreisliga mit deiner Handballmannschaft? Ein gutes Zeichen für deine Teamfähigkeit.
Betone Eigenschaften, die zu den Erfordernissen des Jobangebotes passen:
Bei technischen Berufen kannst du dich auf deine Geduld und deine Freude an
präziser Arbeit berufen, bei Dienstleistungsjobs erwähnst du deinen Spaß
am Umgang mit Menschen. Versuche nicht, bei anderen abzuschreiben, sondern
denke wirklich ernsthaft über deine eigene Motivation nach.
Der Schluss:
Klar würdest du dich über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch sehr freuen. (Auch wenn du vor Vorstellungsgesprächen ein bisschen Angst hast, aber dabei helfen wir dir auch gleich). Vermeide Superlative, du freust dich sehr, aber nicht wie wahnsinnig: "Über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch würde ich mich sehr freuen."
Der Gruß:
Freundlich wird jeder gern gegrüßt. Das heißt dann: Mit freundlichen Grüßen.
Die Unterschrift:
Bitte nicht mit dem silberfarbenen Edding unterschreiben, auch wenn das dein Lieblingsstift ist. Ein Füller mit schwarzer oder blauer Patrone ist absolut ausreichend.
Hinweis auf Anlagen:
Der Hinweis auf Anlagen hilft deinem Personalchef dabei, festzustellen, ob deine Bewerbung komplett ist oder etwas vergessen wurde oder verloren gegangen ist. Auch du selbst solltest die Anlagen noch mal mit den Unterlagen vergl
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