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Was bringt ein Praktikum?

Was soll das eigentlich, ein Praktikum? Die Bezahlung ist ja meistens eher lau. Da drängt sich der Verdacht auf, dass Unternehmen Praktika nur durchführen, um arme junge Menschen unbezahlt Kaffee kochen zu lassen. Oder bringt ein Praktikum einen wirklich weiter? Wir fragen Nina, Praktikantin in einer Werbeagentur.

wassollwerden: Hallo Nina, du machst gerade ein Praktikum in einer Werbeagentur. Wie gefällt es dir denn so?

Nina: Bin ganz gerne hier. Anspruchsvolle Jobs sind zwar rar gesät, da könnte ruhig mehr rum kommen, zumal ich schon ausgebildete (und im Scannen geübte!) Grafikerin bin. Das liegt aber weniger an den Chefs hier, als viel mehr an der  Auftragsflaute 2003. Mit den Leuten verstehe ich mich gut. Doch, ich habe Spaß hier.

wassollwerden: Wie sah dein Ausbildungsweg bisher denn so aus?

Nina: Nach dem Abitur habe ich eine Zeichenschule, und dann eine private Designschule besucht. Ausbildungsdauer vier Jahre. Seit Oktober 2002 bin ich fertig mit dem Studium.

wassollwerden: Warum hast du dich für den Beruf der Kommunikationsdesignerin entschieden?

Nina:
Ich wollte schon immer einen kreativen Beruf erlernen, weil ich ein Ästhet bin und mir Gestalten schon immer viel Spaß gemacht hat. Von dieser Berufsausbildung erfuhr ich über eine Freundin auf der Zeichenschule (damals wollte ich noch Kunst auf Lehramt studieren). Ich habe mich dann genauer informiert und mich letztlich auch mit einem guten Gefühl dafür entschieden.

wassollwerden: Was machen Kommunikationsdesigner eigentlich genau?

Nina: Ein Kommunikationsdesigner gestaltet praktisch alles, was nach Außen, also in die Öffentlichkeit  visuell kommuniziert wird. Das deckt eine ganze Menge ab: Werbung (Print, TV,Online, Broschüren etc.),  Webdesign, Fotografie und Bildbearbeitung, Zeitschriftenlayout, grafische Konzeptionen aller Art.

wassollwerden: Was gefällt dir an diesem Beruf?

Nina:
Der Beruf ist abwechslungsreich. Man arbeitet oft in Teams und inspiriert sich gegenseitig. Die Belegschaft in den Agenturen ist meist jung und die Arbeitsatmosphäre locker. Kommunikationsdesign ist letztlich ein Handwerk und der Computer deine Maschine, dein engster Partner. Spannend finde ich mitunter, nicht nur Sachen zu gestalten die ich selbst cool finde, sondern mich auch in andere Zielgruppen hineinzuversetzen und trotzdem gute Arbeit zu liefern.

wassollwerden: Welche Talente sollte man mitbringen, wenn man diesen Beruf ausüben will?

Nina:
In erster Linie sollte man Spaß am Gestalten und an der Arbeit am Computer haben. Man sollte darüber hinaus ein gutes Gespür für Ästhetik und Farben haben. Man sollte Ausdauer haben, ordentlich und penibel genau sein, wenn es um Millimetergenauigkeit geht. Man sollte sich gut organisieren können und zuverlässig sein. Man sollte auch bereit sein, immer wieder Neues dazuzulernen, sich also auf dem Laufenden halten und weiterbilden.

wassollwerden: Gibt es Weiterbildungen, die du gerne machen würdest.

Nina: Ja, wenn ich erst einmal Fuß gefasst habe, bestimmt einige.

wassollwerden: Hast du dich schon als Kind für das Zeichnen oder für Design interessiert?

Nina: Ja, schon immer. Ich habe viel gemalt und gebastelt, mich in Ton und Gips gewälzt und Erfindungen erfunden. Ich habe auch gerne fotografiert. Ich war schon immer ein visuelles Kind.

wassollwerden: Du hast ja dein Diplom seit kurzem in der Tasche, warum jetzt noch ein Praktikum?

Nina: Das Praktikum mache ich, um dazuzulernen, sicherer zu werden in dem, was ich gelernt habe und natürlich, um Berufserfahrung zu sammeln. Natürlich habe ich auch die Hoffnung auf eine Festeinstellung....  

wassollwerden: Wie bist du an dein Praktikum gekommen? 

Nina: Nachdem ich meine Designausbildung abgeschlossen hatte, war ich zunächst nicht so aktiv, aber dann hat meine Freundin mich vor den Computer geschleppt und mit mir nach freien Stellen gesucht. Wir haben dann auch einige passende Angebote gefunden und die Bewerbung war gar nicht so kompliziert, wie ich gedacht hatte. Wir haben eine E-Mail geschrieben, daraufhin habe ich eine positive Resonanz bekommen und meine Mappe als pdf- Datei eingeschickt. Dann wurde ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen und hatte danach mein Praktikum in der Tasche. 

wassollwerden: Hast du im Praktikum schon etwas gelernt?

Nina: Leider bisher wenig Neues. Hoffe, das ändert sich noch.

wassollwerden: Welche Praktika hast du bisher schon gemacht?

Nina: Zwei Grafikpraktika während meines Studiums: Bei EDGAR in Hamburg und Vaporisateur in Berlin. Beide jeweils drei Monate.

wassollwerden: Musst du sehr viel Kaffee kochen?

Nina: Naja, stupide Handlangerarbeiten gehören bei einem Praktikum auch dazu. Allerdings sollte man darauf achten, dass das Arbeitsverhältnis auch gleichermaßen aus Geben und Nehmen besteht. Die Agentur nutzt deine billige Arbeitskraft, und du kannst dafür was lernen, alles fragen, Abläufe mitbekommen, Jobs abwickeln etc. Jeder sollte darauf achten, dass er auch genug für sich selbst dabei rauszieht und sich nicht zu sehr ausnutzen lässt.

wassollwerden: Was machst du nach deinem Praktikum?

Nina:
Am liebsten hätte ich einen festen Job. Wenn das nicht klappt, na dann erst mal noch ein Praktikum. Weiter geht’s!

wassollwerden: Was würdest du Leuten raten, die ein Praktikum suchen?

Nina: Praktika sind eine gute Sache, wenn du sie gut für dich nutzt.

wassollwerden: Was gefällt dir an deinem Praktikum?

Nina: Gutes Arbeitsklima, nette Kollegen, kaum Überstunden (seltene Sache in der Grafik!).

wassollwerden: Und was findest du weniger schön?

Nina: Leider zu wenig zu tun hier. Zu selten anspruchsvolle Aufgaben. Viel Zeit absitzen. Schade.
 
wassollwerden: Bei welchem Unternehmen würdest du am allerliebsten ein Praktikum machen?

Nina: Weiß ich grad nicht.

wassollwerden: Welches Ziel möchtest du innerhalb deines erlernten Berufes erreichen?

Nina: Ich will eine Position, die mir Spaß macht, bei der ich Verantwortung übernehme und Ruhm erlange. Oder meine eigene Agentur/Unternehmen. Mein eigener Chef sein.

wassollwerden: Dann drücken dir dafür alle unsere User die Daumen. Vielen Dank, Nina.