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„Bewerbung, Immatrikulation, hä?“

Die Studentensekretariate sollen helfen. Unicheck hat sie für euch getestet

Der erste Eindruck zählt. Jedes Jahr nehmen Zehntausende Abiturienten zum ersten Mal Kontakt mit einer deutschen Hochschule auf und die erste Anlaufstelle sind die Mitarbeiter des Studentensekretariats. Sie klären alle Fragen rund um Bewerbung, Auswahlverfahren und Einschreibung. Gleichzeitig vermitteln sie den Kontakt zur Studienberatung und geben Tipps zur Wohnungssuche.

Wie gut sind eigentlich diese Studentensekretariate? Markus Nagler, Schüler der 13. Klasse in Deggendorf, wollte es wissen: Gemeinsam mit ihm haben wir 50 deutsche Hochschulen angeschrieben, um herauszufinden, wie kompetent und hilfsbereit die Studentensekretariate mit den zukünftigen Studenten umgehen. Die Sekretariate bekamenvon Markus per E-Mail einfache Fragen zu Bewerbung, Studiengang und Wohnungssuche. Je nachdem, wie schnell und kompetent sie antworteten, gab es Punkte. Auch die Qualität des Internetauftritts und die Länge der Öffnungszeiten flossen in die Wertung ein.

Gesamtsieger ist die Universität Göttingen, dicht gefolgt von der Universität Erlangen-Nürnberg. Das Göttinger Sekretariat antwortete schnell und kompetent auf fast alle von Markus gestellten Fragen und besitzt neben einer ansprechenden Homepage luxuriöse Öffnungszeiten, mit denen die Uni Göttingen Studieninteressierten 30 Stunden pro Woche zur Verfügung steht. Im Mittelfeld sieht das Bild anders aus: Nur 13,5 Stunden haben die Sekretariate durchschnittlich pro Woche geöffnet und nur auf die Hälfte seiner Fragen bekam Markus eine Antwort.

Die Verwaltungsmitarbeiter der Hochschulen sind unentschlossen, ob sie Markus als Bittsteller oder als Kunden behandeln sollen: Mal wird er mit Gesetzestexten zugeschüttet, mal wird in abgehackten Sätzen auf die Internetseiten verwiesen. Insgesamt überwiegt jedoch der Eindruck, dass die Sekretariate Markus helfen wollen. Anders die Schlusslichter: Kommentarlos werden ein paar Merkblätter als Anhang zurückschickt oder die Beantwortung der Fragen wird verweigert: „Solche Fragen beantworten wir nur am Telefon!“ Die renommierte Berliner Humboldt-Universität und die FH Darmstadt, die mit ihrem „Student-Service-Center“ wirbt, haben überhaupt nicht geantwortet. Gemeinsam mit Markus haben wir per Telefon nachgefragt: Überraschend freundlich und kompetent waren die meisten Mitarbeiter am Telefon. Für schlechtes AntwortverhaltenperMail wurden Ausreden vorgeschoben: „Ach, das war der Hiwi“, „Die Mitarbeiterin war letzte Woche krank“ oder „Man sollte nicht an Adressenwie info@hochschule.de schreiben, das geht leicht verloren.“ An der Humboldt-Universität war es nicht möglich herauszubekommen, wer als Ansprechpartner für zukünftige Studenten zurVerfügung steht: Eine sympathische Dame von der „Clearing-Stelle“ beantwortete Markus schließlich alle Fragen. Sie betonte aber, dass sie nicht zuständig sei und nur kulanzhalber weiterhelfe. Merke: Nur wer hartnäckig ist, kommt in der deutschen Hochschulbürokratie sicher ans Ziel. Und: Der erste Eindruck zählt, aber der zweite ist oft der bessere.

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Leonard (22) in der überfüllten Kölner Mensa.

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