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Klingeln bei Musikern die Kassen?

...oder etwa nur die Ohren? Musik gilt allenthalben als reines Hobby-Vergnügen. Doch das Musik-Business hat mehr zu bieten, als uns die glatte Oberfläche des Showbiz glauben machen will.

Die meisten Menschen, die sich mit dem Gedanken tragen, Musiker zu werden, beschäftigen sich vor allem damit, ihr Instrument perfekt zu beherrschen. Doch es gibt noch viele andere Fähigkeiten, die man entwickeln muss, damit der musikalische Werdegang kein Flop wird.

Wie entsteht ein Musikprojekt, das auch finanziell bestehen kann? Wie kommt man an Konzerte? Wie nimmt man eine CD auf und wie schafft man es, dass diese CD auch von Radiosendern gespielt wird?

Darauf zu warten, dass man von der Musikindustrie oder einem Produzenten entdeckt wird, kann bereits der erste große Fehler sein. Denn meist hat nur wer selbst aktiv wird eine Chance, sich auf dem harten Musikmarkt zu behaupten. Eine gute Grundlage bieten dabei Bücher über Rechte in der Musikindustrie, die GEMA, Vermarktung oder PR. Auch im Internet gibt es einige Quellen. Gerade die Erfahrungen anderer Musiker können sehr hilfreich sein. Es ist nicht wenig, was ein Künstler wissen muss, und nicht alles spielt sich im Bereich der Kreativität ab.
Wer nicht alles allein wissen möchte, der ist gut beraten, sich Netzwerke aufzubauen. Kontakte zu Künstleragenturen, anderen Bands und Radiosendern sind dabei enorm wichtig. Auch ein Praktikum bei einer Plattenfirma, einer Booking-Agentur oder im Eventbereich kann wichtige Erfahrungen bringen, die sich später auszahlen.

Im Vergleich zu anderen Kunstformen liegen Musiker laut einer Gehaltsstatistik der Künstlersozialkasse recht gut im Schnitt. Doch ein Durchschnittseinkommen von 7500 Euro im Jahr dürfte die wenigsten Musikbegabten in Begeisterungsstürme ausbrechen lassen.

Etwas mehr verdienen kann man dagegen in den Jobs, die sich rund um die freischaffenden Künstler und die Musikmedien ansiedeln. Auch A&R-Manager, Booker oder Radioredakteure sind Menschen, die mit Musik ihr Geld verdienen.  A&R-Manager sind die Talentsucher der Plattenindustrie. A&R steht dabei für „Artist and Repertoire.“ Die A&R-Manager haben die Aufgabe, neue Talente zu finden und aufzubauen. Neben dem Interesse für Musik benötigen A&R-Manager kaufmännisches Wissen und einen guten Riecher für musikalische Trends.

Booker sind meist in Konzert-Agenturen aktiv. Sie finden für die Künstler ihrer Agentur die passenden Auftrittsorte, verhandeln Gagen und Verträge. Sogenannte Booker kümmern sich in Konzertagenturen darum, dass Künstler auch genug Auftritte bekommen und dass Verträge eingehalten werden. Ein spannender Beruf, gerade für Menschen, die gerne kommunizieren und andere für etwas begeistern können.

Radioredakteure suchen die Titel aus, die in einem Radiosender gespielt werden. Sie entwickeln Beiträge und Inhalte für den Hörfunk. Oft haben sie eine journalistische Ausbildung gemacht, bevor sie ihren Schwerpunkt gewählt haben.

Natürlich gibt es noch viel mehr Berufe im Bereich Musik, als dieser kurze Artikel vorstellen kann. Aber vielleicht ist er doch ein Hinweis darauf, sich einmal nicht nur an der Oberfläche der Musikindustrie umzuschauen. Denn Superstars gibt es ja inzwischen reichlich!