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Ethan, 27, Musikalischer Leiter
Auf Musik stehen viele, doch wie kann man mit Musik Geld verdienen? Eine Antwort auf diese Frage gibt uns das Jobtagebuch von Ethan Popp. Ethan ist Musikalischer Leiter. Meist arbeitet er bei Musicals, aber auch Opernaufführungen hat er schon unterstützt. Wie man zu einem solch außergewöhnlichen Beruf kommt, erfahrt ihr jetzt hier auf der Stelle!
Die Zeit davorAls ich drei Jahre alt war, ging mein Vater mit mir in den Film E.T., der Außerirdische. Die Filmmusik hat mich tief beeindruckt. Als wir nach Hause kamen, versuchte ich sofort diese Musik auf dem Klavier im 1-Finger-System nachzuspielen. Als ich fünf war und meine Eltern lange genug mit dem 1-Finger-Spiel traktiert hatte, erlaubten sie mir, Klavierstunden zu nehmen.
Eigentlich habe ich mich immer für viele Dinge interessiert. Wenn man in Amerika aufwächst, scheint es so viele Möglichkeiten zu geben. Aber meine größte Liebe galt immer der Musik und jedes Mal, wenn ich einen Job anfing, überlegte ich nur, wie ich bloß wieder zur Musik kommen könnte.
Das erste MusikstudiumEigentlich wollte ich zum Berkeley College für Musik in Boston. Das ist eine sehr berühmte Musik-Universität, besonders für Pop und Jazz. Doch das Thema konnte ich mir aus dem Kopf schlagen, denn Berkeley war viel zu teuer, deshalb besuchte ich eine Musikschule in der Nähe meines Elternhauses.
Der Direktor der Musikschule war auch mein Kontaktlehrer, der mir die Kurse empfehlen musste, die ich besuchen sollte. Die Schule war sehr an klassischer Musik orientiert und mit meinen blauen Haaren und vielen Piercings war ich nicht gerade der Liebling der Professoren.
An der Uni macht man auch viele Erfahrungen, die nichts mit dem Lernen zu tun haben, besonders in Amerika. In dieser Zeit will man sich natürlich ausleben und auf viele Partys gehen. Das Geheimnis ist es, die Balance zu behalten. Solange man die Arbeit im Auge behält, ist es kein Problem, wenn man auch sein Leben genießt. Schon in meinem ersten Studienjahr machte ich meine ersten Erfahrungen als Musikalischer Leiter. Trotzdem hatte ich das Gefühl, ich würde an dieser klassisch orientierten Musikschule nicht weiterkommen. Deshalb entschied ich mich nach zweieinhalb Jahren, nach New York zu gehen.
Meine Eltern stellte ich bezüglich meiner beruflichen Wünsche vor vollendete Tatsachen. Ich sagte: Erstens gehe ich auf die Universität, zweitens nach New York und drittens werde ich ein Profimusiker. Man kann sich vorstellen, was für ein Gesicht meine Eltern gemacht haben, als ich ihnen dies eröffnete, aber heute sind sie sehr stolz auf mich. Trotzdem hat es eine ganze Weile gedauert, bis sie daran geglaubt haben, dass all das funktionieren würde.
New York, New YorkIn New York angekommen, schickte ich jede Menge Bewerbungen los, es war ganz schön hart, das Geld zusammenzukriegen, denn Bewerbungsschreiben sind nicht gerade billig.
Pro Woche schrieb und verschickte ich zwischen 10 und 20 Bewerbungen. Ich besuchte Broadway Shows und stellte mich bei den Musikalischen Leitern oder den Dirigenten vor. Ich fragte, ob ich nicht zu den Proben kommen könnte, um mich weiterzuentwickeln. Viele ließen mich dabei sein, ich war auch clever genug, zu sagen, dass ich einfach mehr lernen wollte. Dass ich auch einen Job brauchte, behielt ich für mich.
Telefonisch ließ sich in dieser Branche absolut nichts erreichen. Ich rief eine Menge Leute an, aber kaum einer meldete sich bei mir zurück. Es hat auch keinen Zweck, darauf zu warten, dass ein Theater die Stelle des Musikalischen Leiters ausschreibt oder in die Zeitung setzt. Das haben die meisten nicht nötig. Deshalb muss man versuchen, Insider zu werden und sich die nötigen Informationen auf eigene Faust zu beschaffen.
GeschafftBis ich an einem Theater eine Chance bekam, hatte ich viele Brotjobs. Ich arbeitete in der Küche verschiedener Restaurants, spielte in Bands, hatte Bürojobs. Aber dazwischen saß ich immer wieder an meinem Klavier, schrieb Songs und sang. Meine Freunde hatten keinen Zweifel daran, dass ich es schaffen würde, denn sie sahen, wie viel ich in die Musik investierte. Ich selbst war mir nicht so sicher, dass ich wirklich eine große Karriere vor mir habe. Jetzt bin ich seit sieben Jahren in New York und inzwischen bin ich der jüngste Musikalische Leiter für große Produktionen weltweit. Heute wollen meine Eltern nicht mehr, dass ich einen anständigen Job suche!
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