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Raico, 25, Krankenpfleger

Krankenpfleger zu werden, ist eine Entscheidung, die sicher viel persönliche Befriedigung bringt. Die Gesellschaft ist jedem Menschen, der sich für einen Pflegeberuf entscheidet, zu Dank verpflichtet. Doch ist dieser Job nicht schlecht bezahlt? Und wie sieht es mit den Aufstiegschancen aus? Raico berichtet, wie seine Ausbildung bisher verlief und welche Chancen es für Krankenpfleger gibt, sich beruflich weiterzuentwickeln.

Die Zeit davor

Meinen Zivildienst habe ich beim ambulanten Pflegedienst abgeleistet. Dort habe ich gemerkt, dass mir diese Aufgabe ungeheuer viel Spaß macht. Davon war ich selbst überrascht. Da ich ein gutes Einfühlungsvermögen habe und auch geduldig auf kranke Menschen eingehen kann, habe ich mich in diesem Job sehr wohl gefühlt.

Nach meinem Zivildienst war klar, dass ich auch beruflich in diese Richtung gehen möchte. Meine Eltern waren zunächst nicht so begeistert. Trotzdem habe ich mir aus dem Internet verschiedene Krankenhäuser ausgesucht und einfach angeschrieben. Sieben Initiativbewerbungen habe ich insgesamt verfasst. Dann wurde ich zu meinem ersten Bewerbungsgespräch eingeladen. Um ganz besonders fit zu sein, habe ich sogar ein Bewerbungstraining absolviert. Das hat sich gelohnt: Mein erstes Bewerbungsgespräch führte gleich zu einem Ausbildungsplatz!

Das erste Jahr

Am Anfang meiner Ausbildungszeit war ich total begeistert und hatte viele gute Vorsätze. Das hat sich im Lauf der Zeit schnell wieder gelegt. Der Kontakt zu den Chefs war immer freundschaftlich, Kritik wurde sehr sachlich geübt und man konnte mit Problemen und Fragen immer zu ihnen kommen. Trotzdem wird man ganz schön rumgeschickt als Berufsanfänger. Mir hat besonders gestunken, dass man sehr viel lernen musste, aber auf der Station kaum etwas selbst entscheiden durfte. Außerdem stößt man auf den Stationen auch auf älteres Personal, die auf Neuerungen oft keine Lust haben.

Der Anwendung des neu Erlernten sind also schon einige Grenzen gesetzt. Ich habe mich deshalb öfter unterfordert gefühlt, gerade im ersten Jahr der Ausbildung, in dem ich nur für die Grundpflege der Patienten zuständig war. Die Ausbildung zum Krankenpfleger wird überdurchschnittlich gut bezahlt, leider fallen dadurch staatliche Hilfen weg, aber ich bin irgendwie immer über die Runden gekommen.

Meine Hobbys konnte ich während meiner Ausbildung echt vergessen. Durch den Schichtdienst und den Wochenenddienst ist daran nicht zu denken. Am Anfang bin ich noch ins Fitnessstudio gegangen, aber mit der Zeit habe ich das schleifen lassen, bis ich am Schluss gar nicht mehr gegangen bin. Stolz auf den Beruf war ich eigentlich nicht, aber für mich war diese Entscheidung ein wichtiger Schritt in die Selbständigkeit. 

Am Anfang meiner Ausbildungszeit war ich total begeistert und hatte viele gute Vorsätze. Das hat sich im Lauf der Zeit schnell wieder gelegt. Der Kontakt zu den Chefs war immer freundschaftlich, Kritik wurde sehr sachlich geübt und man konnte mit Problemen und Fragen immer zu ihnen kommen. Trotzdem wird man ganz schön rumgeschickt als Berufsanfänger. Mir hat besonders gestunken, dass man sehr viel lernen musste, aber auf der Station kaum etwas selbst entscheiden durfte. Außerdem stößt man auf den Stationen auch auf älteres Personal, die auf Neuerungen oft keine Lust haben.

Der Anwendung des neu Erlernten sind also schon einige Grenzen gesetzt. Ich habe mich deshalb öfter unterfordert gefühlt, gerade im ersten Jahr der Ausbildung, in dem ich nur für die Grundpflege der Patienten zuständig war. Die Ausbildung zum Krankenpfleger wird überdurchschnittlich gut bezahlt, leider fallen dadurch staatliche Hilfen weg, aber ich bin irgendwie immer über die Runden gekommen.

Meine Hobbys konnte ich während meiner Ausbildung echt vergessen. Durch den Schichtdienst und den Wochenenddienst ist daran nicht zu denken. Am Anfang bin ich noch ins Fitnessstudio gegangen, aber mit der Zeit habe ich das schleifen lassen, bis ich am Schluss gar nicht mehr gegangen bin. Stolz auf den Beruf war ich eigentlich nicht, aber für mich war diese Entscheidung ein wichtiger Schritt in die Selbständigkeit.

Das zweite Jahr

Auch im zweiten Jahr war mein Verhältnis zu Chefs und Kollegen super. Ich war immer noch motiviert. Ich habe damit begonnen, mich auf der Station durchzusetzen und Abläufe für mich selbst zu planen. Besonders gut gefallen hat es mir, wenn wir auf der Station auch mal eine Neuerung durchgesetzt haben und es geschafft haben, alte Strukturen aufzubrechen. Auch wenn ich neu Erlerntes anwenden konnte, war ich zufrieden.

Weniger gut gefallen hat mir die Funktionspflege. Da wird man losgeschickt und muss allen Patienten den Blutdruck messen, danach die Temperatur usw. Dass das keinen Spaß macht, ist, denke ich, klar. Von ganzheitlicher Pflege kann man da nicht sprechen. Man hat keinerlei Verantwortung und auch keinen Überblick über die Gesamtsituation des Patienten.

Das letzte Jahr

Mein Ziel während meiner Ausbildung war es, eine sehr gute Pflege zu gewährleisten und so zu handeln, dass ich meine Entscheidungen jederzeit nach außen vertreten kann. Das ist mir bis jetzt auch immer gut gelungen. Meinen Job als Krankenpfleger halte ich für sehr wichtig, wir werden schließlich alle mal krank und wollen dann gut betreut werden.

Trotzdem hat man immer mal wieder Zweifel, doch der Spaß an der Arbeit überwiegt bei mir. Im 3. Lehrjahr hat man schon mehr Übung und die Abläufe werden dadurch leichter. Zudem haben meine Eltern ihre Einstellung zu meinem Beruf im Lauf der Zeit geändert und denken jetzt positiver darüber. Leider stehen die Chancen, nach meiner Ausbildung übernommen zu werden, ganz schlecht. Das habe ich aber von Anfang an gewusst.

...und jetzt?

Im September werde ich mein Staatsexamen absolvieren, daher werde ich mich erst im Juli bewerben und gleichzeitig arbeitslos melden. Das muss man ja drei Monate vor Ende der Ausbildung machen. Ich möchte mich bei der Justizvollzugsanstalt in der psychiatrischen Abteilung bewerben.

Ich will nicht mit 60 noch an einem Pflegebett stehen. Deshalb ist mein nächstes Ziel, Pflegewissenschaften zu studieren. Dazu muss ich ein Jahr berufliche Praxis vorweisen können. Die Zugangsvoraussetzungen für dieses Studium sind ziemlich hoch. Man muss Abitur haben, eine dreijährige Ausbildung als Krankenpfleger und, wie gesagt, ein Jahr Praxis. Erst dann darf man studieren. Der Werdegang ist insgesamt länger als der eines Arztes.

Wenn ich das Studium abgeschlossen habe, dann möchte ich Gesundheitsunternehmen dabei helfen, die Pflege besser zu koordinieren und effektiver zu gestalten.
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