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Marco, 23, Kaufmann für Verkehrsservice
Kaufmann für Verkehrsservice? Was ist das denn? Wassollwerden Besucher Marco hat sich bei uns für das Jobtagebuch beworben und erzählt jetzt von seiner Ausbildung, erklärt uns, worum es beim Kaufmann für Verkehrsservice eigentlich geht und dass dieser relativ unbekannte Beruf gar keine schlechte Wahl ist, wenn man gerne verreist und gut mit Menschen umgehen kann. Mal weiterlesen?
Die Zeit davor Eigentlich habe ich nie daran gedacht mal zur Deutschen Bahn zu gehen. Nach meinem Abschluss an der Realschule machte ich mein Fachabitur für Sozial- und Gesundheitswesen. Darauf folgte mein Zivildienst. Nach Ende des Zivildienstes musste ich eine Reise mir der Bahn antreten und suchte meine Verbindung im Internet. Durch Zufall kam ich auf die Internetseite, auf der die Ausbildungsberufe der Bahn AG vorgestellt wurden. Da war auch der Beruf des Kaufmanns für Verkehrsservice dabei. Davon hatte ich noch nie gehört!
Ich schickte eine Bewerbung und wurde sofort genommen! Durch die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bin ich den Umgang mit Menschen gewöhnt. Während des Abiturs und während der Zeit, in der ich an einer Sonderschule gearbeitet habe, habe ich viel über Psychologie gelernt. Daher kann ich auf gestresste Kunden sehr gut eingehen.
Ansonsten Reise ich sehr gern. Mir machen unregelmäßige Arbeitszeiten nichts aus, da ich die als Abwechslung empfinde. Ich habe mich mit einer schriftlichen Bewerbung beworben. Allerdings habe ich meine Bewerbung selbst geschrieben und mich nicht auf die „Schulbewerbungen“ verlassen. Die Art meiner Bewerbung und auch deren individueller Stil haben mir zu meinem Ausbildungsplatz verholfen.
Meine Mutter war über meinen neuen Ausbildungsplatz absolut begeistert, denn sie konnte sich für meine pädagogische Arbeit im Kinder- und Jugendbereich noch nie erwärmen!
Das erste JahrMein erster Eindruck von meinem neuen Ausbildungsplatz war sehr aufregend. Es wurde einiges geboten! Eine Woche Outdoor-Training in Regensburg stand ebenso auf dem Plan, wie die Besichtigung großer Städte und vieles mehr.
Zu meinen Chef hatte ich am Anfang kaum Kontakt. Als mein damaliger Chef dann seinen Posten aufgegeben hat, bekam ich eine weibliche Vorgesetzte. Der Kontakt mit ihr ist wesentlich besser und wir verstehen uns sehr gut.
Zu meinen Kollegen habe ich, nach anfänglichem Beschnuppern einen guten Kontakt. Durch meine Arbeit habe ich erfreulicherweise meinen Freundeskreis erweitern können. Schon im ersten Lehrjahr habe ich meine Aufgaben sehr schnell vermittelt bekommen und auch umsetzen können. Daher musste ich nie Aufgaben machen, die ich als „Azubiaufgaben“ bezeichnen würde.
Obwohl ich mich im 1. Lehrjahr manchmal unterfordert gefühlt habe, konnte mir dieses Gefühl meinen Ausbildungsplatz nicht vermiesen. Auch mit der Ausbildungsvergütung kam ich ganz gut klar. Zu einem Nebenjob blieb keine Zeit, denn ich hatte einen langen Anfahrtsweg zur Arbeit.
Obwohl ich meine Hobbys durch meine Ausbildung etwas vernachlässigen musste, war ich stolz auf meine Ausbildung und bin es heute noch. Die Bahn AG ist vielen Menschen bekannt und viele haben auch Vorurteile gegen das Unternehmen, deshalb muss man sich manchmal schon rechtfertigen, aber damit habe ich kein Problem!
Das zweite JahrIm Zweiten Lehrjahr wurde deutlich, dass einige Kollegen keine Lust auf die Arbeit hatten. Daher wurde die Lage etwas angespannter. Zu einigen habe ich einen sehr guten Kontakt, den wir auch nach der Arbeit pflegen, mit anderen rede ich eigentlich nur bei beruflichen Treffen.
Meine Motivation ließ deshalb aber nicht nach. Nur als ich hörte, dass im Unternehmen Stellen abgebaut würden, war ich etwas verunsichert. Doch ich versuche, durch meine Leistungen zu überzeugen. Die Berufsschule war allerdings nicht so mein Ding. Doch da ich ja den Ehrgeiz hatte, später auch übernommen zu werden, habe ich mich trotzdem angestrengt. Als die Noten besser wurden, machte irgendwann selbst die Berufsschule Spaß.
Beeinflusst durch meinen Beruf, habe ich während der Ausbildung das Reisen zu meinem Hobby gemacht. Während meiner Fahrzeiten lese ich viele Reisebücher. Hobbys wie das Theater spielen musste ich leider streichen. Doch für mein Ziel, später „ZUgChefA“ (Ausbildender Zugchef) zu werden, nehme ich schon einige Nachteile in Kauf. Wenn ich das schaffe, kann ich meine pädagogischen Interessen auch wieder einbringen. Ob meine Mutter das merkt?
Das letzte JahrIm dritten Lehrjahr bin ich noch nicht, deshalb kann ich euch darüber noch nichts verraten. Dennoch kann ich vielleicht ein paar Tipps geben für Leute, die sich nach meinem Bericht für einen Ausbildungsplatz bei der Bahn AG oder einem ähnlichen Unternehmen interessieren.
Man sollte sich darüber im klaren sein, dass man im privaten Bereich einiges einstecken muss. So kann es durchaus sein, dass man einen langen Anfahrtsweg hat und auch schon mal recht früh aufstehen muss. Man wird weite Entfernungen zurücklegen müssen. Die Arbeit mit den Kunden ist nicht immer einfach und man muss sich schon mal Kritik ertragen. Aber wer gut Argumentieren kann und ehrlich zu den Kunden ist, hat gute Voraussetzungen für diesen Job.
...und jetzt?Ich selbst bin von meiner Ausbildung absolut überzeugt und würde mich immer wieder für diesen Beruf bewerben. Würde vielleicht nicht mehr so nachlässig mit der Berufsschule umgehen, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte. Da ich im Vergleich zu meinen Kollegen in der Ausbildung schon sehr alt bin, habe ich bestimmt andere Ziele, als die jüngeren in meiner Gruppe. Mein Ziel ist, in meinen Beruf erfolgreich zu sein, meinen Posten sichern zu können und eine Familie zu gründen, was bei den Arbeitszeiten wahrscheinlich nicht so leicht sein dürfte. Aber andere haben es auch geschafft.
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