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"Ich bin auf Umwegen zum Ziel gekommen"Manuel Franz (29) plant Städte der Zukunft. Ausgezeichnet „für besondere Leistungen“ wird er möglicherweise das Konzept für einen ganzen neuen Stadtteil in Friedrichshafen liefern. Sein Einstieg in die Wissens-Elite gelang ihm auf Umwegen, denn die Oberstufe im Gymnasium hat er geschmissen.Von Manuel Franz Dass ich mal Stadtplaner werden würde, habe ich mit 18 noch nicht geahnt. Das Gymnasium hatte ich vorzeitig verlassen, weil ich schlicht keine Motivation mehr hatte. Was tun? Irgendwie bin ich dann zu einer Ausbildung als Sachbearbeiter beim Arbeitsamt gekommen. Nach drei Jahren war für mich klar: Fälle verwalten, Akten hin- und herschieben – das war auch nicht meine Sache. Am Berufskolleg habe ich dann mein Fachabitur nachgeholt. Zu meinem Studienfach bin ich durch ein Ausschlussverfahren gekommen. Alle möglichen Fächer durchdacht, irgendetwas in Richtung Architektur sollte es sein. Mit meinem heutigen Fachgebiet bin ich bei einer Ausstellung zum Projekt „Stuttgart 21“ in Berührung gekommen. Lebensräume der Zukunft, das fasziniert mich auch deswegen, weil ich persönlich sehr familienorientiert - eben am Menschen orientiert - bin. In fünf Jahren möchte ich Kinder haben. Es ist für mich eine große Motivation, wenn ich als Stadtplaner dazu beitragen kann, dass sie eine Welt mit besseren Lebensräumen vorfinden können. Ein Beispiel dafür ist ein Projekt, dessen Grundzüge möglicherweise sogar in die Realität umgesetzt werden – die Neugestaltung des „Hinteren Hafens“ in Friedrichshafen. Dort, wo heute noch Werft- und Parkflächen sind, habe ich im Rahmen einer Studienarbeit des 7. und 8. Semesters ein Quartier geplant, das in dieser Gegend Deutschlands ein Novum wäre. Der neue Stadtteil soll mit befahrbaren Kanälen durchzogen sein, wie man sie zum Beispiel in Amsterdam findet. Möglich ist das durch die einmalige Lage am Bodensee. Auch einen Jachthafen habe ich vorgesehen. Von dort wird ein Steg zu einem 14-geschossigen Wohnturm führen. Für meine Zukunft stelle ich mir die Mitarbeit in einem Stadtplanungsbüro vor. Ich möchte Lebensräume schaffen, in denen die Menschen Nähe zueinander gewinnen. Das ist vor allem vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Alterung wichtig. Wir werden uns in Zukunft zwischen den Generationen wieder stärker helfen müssen. Und damit meine ich keine Einbahnstraße – auch die Älteren können den Jüngeren helfen – zum Beispiel mit ihrer Erfahrung oder schlicht mit ihrer zeitlichen Verfügbarkeit, wenn beide Elternteile arbeiten gehen wollen. Wer kümmert sich dann um den Nachwuchs? Als Stadtplaner kann ich daran mitwirken, Lebensräume zu schaffen, die die Generationen wieder mehr zusammenbringen. Das wäre eine schöne Aufgabe. Mehr über die Arbeit von Manual Franz erfahrt Ihr hier: http://www.wahre-superstars.de/manuel_franz.html |




