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"An Pilzen erforsche ich das Geheimnis der ewigen Jugend"

Dr. Christian Scheckhuber (34) erforscht die Frage, warum Zellen und damit auch wir Menschen altern und ob man daran etwas ändern kann. Er träumt von einer eigenen Forschungsgruppe.

Von Dr. Christian Q. Scheckhuber

Für die Natur habe ich mich schon immer begeistert. Trotzdem habe ich mir nach dem Abi erst mal Zeit gelassen, um herauszufinden, was ich wirklich machen will. Erst mit 21 war mir klar, dass ich Biologie will. Gott sei Dank haben meine Eltern da mitgespielt. Denn das war das einzige Fach, das für mich in Frage kam. Na ja, hätte es das Fach damals in Frankfurt schon gegeben, hätte es auch Bioinformatik werden können. Ausschlaggebend für meine Faszination an Biologie war auf jeden Fall, dass meine Eltern mit mir viel in der Natur gewesen sind, als ich noch Kind war.

Studiert habe ich dann an der Goethe-Universität in Frankfurt. Sechs Jahre brauchte ich für mein Diplom. Viele Biologie-Studenten haben Probleme mit Statistik. Da ich Mathe als Leistungskurs hatte, fiel mir das relativ leicht. Ich konnte vielen Kommilitonen sogar helfen. 

Heute forsche ich mit Hilfe von Pilzen – genauer an den Zellen von Pilzen. Wir wollen der Frage auf den Grund gehen, warum Zellen altern und schließlich sterben. Wir haben es bereits geschafft, durch genetische Eingriffe die Lebenszeit dieser Pilz-Zellen deutlich zu erhöhen. Wir hoffen, daraus Erkenntnisse zu gewinnen, die es uns ermöglichen, dass auch Menschen langsamer altern, beziehungsweise länger leben können. Laienhaft ausgedrückt erforsche ich also das Geheimnis der ewigen Jugend. An Pilzen? So überraschend das für Nicht-Fachleute auch klingen mag: Viele Prozesse in den Zellen von Pilzen laufen ähnlich ab wie in den Zellen von Menschen. Auch wenn der Mensch natürlich viel komplizierter ist!

Gut viereinhalb Jahre hat meine Promotion gedauert. Mir war schon während meiner Diplomarbeit klar, dass ich promovieren wollte. Es gab Zeiten, da liefen die Experimente nicht so toll. Da habe ich gelernt, durchzuhalten, zu kämpfen. In der Forschung braucht man Stehvermögen und Geduld. Mein Ziel: Ich habilitiere mich gerade und will Hochschullehrer werden, um irgendwann meine eigene Arbeitsgruppe zu leiten.

Als Habilitand stehe ich nur noch selten im Labor. Die meiste Zeit verbringe ich am Schreibtisch. Was ich da mache? Zum einen schreibe ich Finanzierungsanträge. Forschung kostet Geld, und ohne Förderung könnten wir viele Projekte nicht verwirklichen. Um die Mittel zu bekommen, müssen wir regelmäßig Leistungsnachweise in Form von Aufsätzen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften vorweisen. Also verbringe ich viel Zeit mit dem Schreiben solcher Artikel.  Der Schreibkram gehört auch dazu, obwohl mir die Arbeit mit meinen Pilz-Zellen lieber ist. Vielleicht darf ich ja noch selbst erleben, wie sie zum Nutzen der Menschen angewendet wird – dass Menschen im Alter länger fit und gesund bleiben können.

Mehr über die Arbeit von Christian Scheckhuber erfahrt Ihr hier: http://www.wahre-superstars.de/christian_scheckhuber.html

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