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"In der Schule fand ich Physik immer langweilig"Dr. Bernardette Kunert (33) entwickelt heute neue Bauteile für die Computer- und Datenwelt von morgen. Zur Physik, genauer zur Silizium-Photonik, kam sie erst über Umwege.Von Dr. Bernardette Kunert Schon in der Grundschule wollte ich Forscher werden und etwas Besonderes entwickeln! Dass es mich dabei in Richtung Naturwissenschaften verschlagen würde, war eigentlich klar. Außerdem bin ich auf dem Land aufgewachsen und hatte schon als Kind viel Kontakt zur Natur. Mit Sprachen habe ich mich dagegen immer schwer getan. Mit räumlichem Denken und Mathe-Formeln hatte ich dagegen keine Schwierigkeiten. Ich habe zuerst Biologie studiert. Das Fach habe ich gewählt, weil ich in den letzten beiden Schuljahren einen genialen Bio-Lehrer hatte. Ich habe aber beim Physik-Praktikum während des Studiums schnell gemerkt, dass mir Physik noch mehr liegt. Also: Wechsel zu Physik! Das Lustige dabei ist: Nach der zehnten Klasse hatte ich Physik abgewählt, weil ich mich im Unterricht immer gelangweilt habe. Das hat sich an der Universität radikal geändert! Studiert habe ich in Marburg. Hier hatte ich mich zunächst in Biologie eingeschrieben und nach dem Wechsel in die Physik weiterstudiert. Wegen des Wechsels und weil ich nach dem Abi ein Jahr im Ausland gejobbt hatte, wollte ich mit dem Studium dann so schnell wie möglich fertig werden. Nach der Regelstudienzeit von zehn Semestern hatte ich mein Physik-Diplom. In den ersten beiden Semestern mussten wir unheimlich viel Mathe pauken. Die eigentlichen Physik-Vorlesungen waren im Vergleich dazu eine richtige Erholung. Insgesamt fand ich das Studium weder besonders schwer, noch war es besonders leicht. Ich war in einer tollen Lerngruppe. Wir haben uns gegenseitig unterstützt und motiviert. Für die Prüfungen musste ich natürlich immer sehr viel lernen. Aber dadurch habe ich sie alle im ersten Anlauf bestanden. In meiner Diplomarbeit habe ich mich mit der Entwicklung neuer Halbleiterbauelemente beschäftigt. Das hat mich so begeistert, dass ich auf jeden Fall weitermachen wollte. Der Prof., der meine Diplomarbeit betreut hat, kam dann auf mich zu und bot mir ein unwiderstehliches Thema für meine Doktorarbeit an: optische Datenübertragung, schneller als alles, was bisher im Einsatz ist. Jetzt hatte ich die Möglichkeit, zu einem absolut „heißen“ Thema Grundlagenforschung zu betreiben und gleichzeitig auf eine konkrete Anwendung hinzuarbeiten. Dass die optische Datenübertragung in unseren Computerchips realisiert wird, ist nur eine Frage der Zeit. Denn die Kapazitätsgrenzen herkömmlicher Bauteile werden bald erreicht sein. Mein Traum: Ich schalte in zehn Jahren einen Computer an, und er arbeitet mit unseren Halbleiterkristallen. Hier lest Ihr mehr über die Arbeit von Bernardette Kunert: http://www.wahre-superstars.de/bernardette_kunert.html |




