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"Ich wollte wissen, wie Leben entsteht"

Daniel Esch (29)  ist Doktorand im Bereich der Stammzellforschung am Max-Planck-Institut für Molekulare Biomedizin. Er will Hautzellen so umprogrammieren, dass man später möglicherweise neue Organe daraus entstehen lassen kann.

Von Daniel Esch

Musik, Philosophie oder Naturwissenschaften – das waren Berufsperspektiven, über die ich in der Oberstufe nachgedacht habe. Den Ausschlag gab bei mir eine phantastische Biologielehrerin, die mich für die Naturwissenschaften begeistern konnte. Dabei hat mich von Anfang an weniger die Wald- und Wiesenbiologie interessiert, sondern vielmehr die Biochemie, die Genetik und die Molekularbiologie. Ich wollte der Frage auf den Grund gehen, wie Leben entsteht – und wo wir alle herkommen. Heute beschäftige ich mich mit dem medizinischen Potential von embryonalen Stammzellen. Mit meiner Arbeit möchte ich eine Alternative zur Nutzung der ethisch umstrittenen embryonalen Stammzellen finden, indem ich versuche, Hautzellen in embryonale Stammzellen zurückzuprogrammieren – also die biologische Uhr einer Zelle auf ihren Anfang zurückzudrehen.

Deshalb habe ich mich auf den Bereich der Stammzellenforschung spezialisiert. Auch wenn man vorsichtig mit voreiligen Heilsversprechen sein muss, scheinen Stammzellen ein immenses medizinisches Potential zu besitzen. Wir hoffen deshalb, langfristig viele Krankheiten heilen zu können. Manche Forscher haben sogar die Vision, irgendwann komplexe Gewebe oder ganze Organe eines erkrankten Menschen ersetzen zu können. Denn der größte Vorteil einer solchen Stammzelltherapie ist, dass es keine immunologischen Abstoßungsreaktionen gibt. Das lässt hoffen, und somit plädiere ich dafür, dass wir die Chancen und vermeintlichen Gefahren der Stammzellforschung offen diskutieren und deren beeindruckendes Potential zum Wohle der Menschheit realisieren.

In der Gesellschaft herrschen weit verbreitete Ängste vor meiner Arbeit. Ich glaube, die Gesellschaft hat bis heute nicht verstanden, was das geklonte Schaf „Dolly“ mit der Stammzellforschung zu tun hat. Dolly war kein Frankensteinexperiment eines weltfremden Wissenschaftlers, sondern der wissenschaftliche Nachweis, dass alle Zellen die gesamte Information für den Organismus enthalten. Doch die Gesellschaft träumte schon von geklonten Menschen, die als Instrument eines Diktators die Menschheit unterjochen. Zum Glück entstammen diese Bilder allein dem Bereich des Science Fiction und haben mit der Realität nichts gemein. Das Problem scheint mir hauptsächlich eine unzureichende Kommunikation der Wissenschaft zu sein, die nicht in der Lage ist, die durch Science-Fiction-Stories genährten Ängste der Gesellschaft wieder zu nehmen.

Meine berufliche Perspektive? Ich will Professor werden, weiter forschen, und würde mich sehr freuen, wenn ich durch meine Arbeit dazu beitragen kann, die Medizin zu revolutionieren.

Mehr über die Arbeit von Daniel Esch erfahrt Ihr hier:
http://www.wahre-superstars.de/daniel_esch.html

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