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Ich Master, du Bachelor?

Die Umstellung auf Bachelor und Master ist für viele angehende Studenten noch immer ein Brief mit sieben Siegeln, aber auch die Unternehmen wissen die neuen Uni-Abschlüsse noch nicht so richtig einzuschätzen. wassollwerden.de erklärt die Unterschiede.

Bachelor? Master? Welche Vor- und Nachteile haben die relativ neuen Studienabschlüsse in Deutschland. Ist das Studium nun mehr oder weniger wert? Das sind Fragen, die sich viele Schulabgänger stellen müssen. Deshalb will die nimmermüde wassollwerden-Redaktion diesen brennenden Fragen einmal auf den Grund gehen:

Wer sich wundert, warum ein deutscher Studienabschluss unbedingt Bachelor heißen muss, der wird in Bologna fündig. Denn in dieser schönen italienischen Stadt verkündeten im Jahre 1999 die europäischen Bildungsminister das Zukunftsprojekt eines einheitlichen europäischen Bildungswesens. Obwohl es sich dabei um eine Willensbekundung handelte, sind erste Auswirkungen dieser Maßnahme die Einführung von Bachelor und Masterstudiengängen in Deutschland und auch in Österreich.

Ziel dieser einheitlichen europäischen Abschlüsse ist in erster Linie, einen vergleichbaren Studienabschluss in Europa zu schaffen, der für mehr Transparenz und Mobilität sorgt. Ein Ansinnen, das all jene zu schätzen wissen, die sich auch einmal in anderen Ländern bewerben wollen oder müssen.

Der Bachelor, im Englischen eine Bezeichnung, für einen Junggesellen ist der niedrigste akademische Grad, der an einer Hochschule nach Abschluss einer wissenschaftlichen Ausbildung vergeben wird. Im Normalfall dauert die Regelstudienzeit zur Erreichung des Bachelors 6 Semester, also drei Jahre.

Die meisten Bachelor-Studiengänge beschränken sich auf ein Studienfach. Mit dem Bachelor-Abschluss erhalten Student/-innen den schnellstmöglichen berufsqualifizierenden Hochschulabschluss. Gleichzeitig kann man nach Abschluss des Bachelors auch einen Masterstudiengang beginnen. Entweder im gleichen Fach, indem man schon für den Bachelor studiert hat oder in einem anderen Studiengang.

Dies ist sicher ein großer Vorteil des Bachelor, denn zuvor waren Studenten nach dem viersemestrigen Grundstudium auch dann dem Fach verpflichtet, wenn sie sich eigentlich etwas anderes erhofft und erwartet hatten.

Obwohl der Bachelor also ein geringerer akademischer Grad ist als der Master-Abschluss, kann es ein Vorteil sein, schon in relativ jungen Jahren mit der Karriere zu starten. Und sollte es mit der Bewerbung für den Traumjob doch nicht klappen, steht immer noch der Abschluss des Masters als Alternative bereit.

Dieser so genannte postgraduale Studiengang (was nichts anderes heißt, als dass das Studium auf ein anderes aufbaut) dauert in der Regel weitere ein bis zwei Jahre.

Beim Masterstudiengang wird zwischen drei Varianten unterschieden:

  • Die häufigste Form sind die konsekutiven Masterstudiengänge, das heisst sie bauen auf ein vorangegangenes Bachelor-Studium auf
  • Nicht-konsekutive Masterstudiengänge sind solche, die nicht auf den Bachelor aufbauen. Der Student und die Studentin haben sich dann für ein anderes, beliebiges Fach als Masterstudiengang entschieden
  • Weiterbildende Masterstudiengänge sind mit den nicht-konsekutiven vergleichbar, setzen allerdings eine zusätzliche qualifizierte berufspraktische Ausbildung voraus.
Bachelor und Master sind also eigentlich flexiblere Möglichkeiten, das Studium zu absolvieren. Wer sich an der Uni wohl fühlt und sich von einem höheren Abschluss viel verspricht, der wird nach dem Bachelor einfach weitermachen.

Alle anderen haben dann die Möglichkeit, erste Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen und ihre Chancen auf einen Berufsstart zu testen. Und diese Unternehmen können auch in anderen europäischen Ländern angesiedelt sein!

Ein Missstand ist laut einem aktuellen Bericht des Deutschlandfunks, dass Unternehmen Zweifel an der Qualität des Bachelors haben. Wer jedoch jüngere akademische Berufsanfänger möchte, der muss auch damit umgehen, dass diese nicht sofort perfekte berufsspezifische Fähigkeiten mitbringen.

Quellen: Wikipedia, Unicum, Deutschlandfunk (07.11.2008 Beitrag: „Macht der Bachelor fit für den Beruf?“)