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Hey Mr. DJ!

Musik zum Beruf machen? Bei diesem Thema schütteln die meisten Eltern und Lehrer nur entsetzt den Kopf. Trotzdem überlegen manche verzweifelt hin und her, wie sie um die Metzgerlehre herumkommen, um sich musikalisch zu verwirklichen. Die Musikbranche bietet verschiedenste Jobs.

Einer ist zum Beispiel der des Plattenladenbesitzers. Doch wen kann man fragen, wie man Plattenladenbesitzer wird? Richtig, einen Plattenladenbesitzer.

Armin ist Besitzer des Melting Point, eines Plattenladens in Berlin Mitte, der sich durch sein Engagement im House-Bereich einen Namen gemacht hat. Seit 1997 veranstaltet der "Melting Point!" "Das Melt! Festival" bei Gräfenhainichen. "Das Melt! Open Air" ist eines der interessantesten Festivals für innovative elektronische Musik, Stars wie Blumfeld und die Sterne, aber auch Acts wie DJ KOZE oder Tok Tok vs. Soffy O. sind dort aufgetreten. Seit zwei Jahren ist Armin Vater eines kleinen Sohnes.

wassollwerden: Hast du eigentlich auch einen richtigen Beruf gelernt?

Armin:
Eigentlich bin ich Masseur, das wollte ich aber nicht ein Leben lang bleiben.

wassollwerden: Wie bist du persönlich zur Musik gekommen?

Armin:
Ich hatte schon immer eine große Plattensammlung. Nach meinem Umzug nach Berlin 1991 war ich öfter Gast im Tacheles. Irgendwann habe ich dann einfach gefragt, ob ich da mal auflegen kann. Das hat ganz gut geklappt, die nächsten Clubs, in denen ich aufgelegt habe, waren das Drama in der Oranienstraße und der Bunker.

wassollwerden: Wie war die Reaktion deiner Eltern, als du beschlossen hast, Musik zum Beruf zu machen?

Armin:
Ehrlich gesagt, hat sie das nicht interessiert.

wassollwerden: Wie kamst du auf die Idee, einen Plattenladen zu gründen?

Armin:
1994 kam uns die Idee zur Gründung des Melting Point. Wir wollten neben dem Dj-ing ein zweites Standbein, um uns in der House-Szene zu etablieren und um günstig unsere Plattensammlung auszubauen.

wassollwerden: Wer hat dir Geld gegeben, um deinen Plattenladen zu gründen?

Armin: Keiner. Wir haben den Laden mit dem Geld gegründet, das wir selbst verdient haben.

wassollwerden: Hattest du schon einmal Zweifel und wolltest den Laden wieder dicht machen?

Armin: Ich habe einmal im Jahr Zweifel, weil es schwer ist, den Laden über Wasser zu halten. 
 
wassollwerden: Wie kamst du auf die Idee zum Melt! Open Air?

Armin:
Die Idee ist eigentlich von Jörg, dem Bruder meiner Freundin. Unser Traum war ein Event, wo wirklich gute, innovative Leute auftreten und zwar sowohl Bands auch als elektronische Sachen. Diese Verbindung gibt es selten. Elektronische Musik und Livemusik kann man selten auf einem einzigen Festival erleben.

wassollwerden: Hast du einen Existenzgründer-Kredit beantragt?

Armin: Für den Plattenladen ja. Bei der Bürgschaftsbank, die hat für uns gebürgt. Inzwischen gibt es die aber leider nicht mehr.

wassollwerden: Was waren die größten Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Melt?

Armin: Das schwierigste war die Logistik, wie der Bühnenaufbau und das Licht. Auch den finanziellen Background zu schaffen, um das Ganze durchführen zu können, war nicht leicht.

wassollwerden: Wovon lebst du eigentlich?

Armin: Vom Plattenladen.

wassollwerden: Wie sieht es im Eventbereich aus? Welche Leute werden gesucht? Gibt es einen Mangel?

Armin: Leute, die begeistert sind und für wenig Geld viel arbeiten, weil sie einen starken Bezug zur Musik haben.

wassollwerden: Was hättest du gerne selbst früher gewusst, als du angefangen hast. Welche Fehler sollte man vermeiden, wenn man DJ wird?

Armin: Ich hätte früher damit anfangen sollen, eigene Platten zu produzieren und mir eher einen Partner suchen sollen, der meine eigenen Fähigkeiten besser ergänzen kann. Am Anfang hätten wir auch mal einen Unternehmensberater gebrauchen können. Jetzt haben wir alle Fehler gemacht und teilweise teuer dafür bezahlt.

wassollwerden: Hast du eine Vision? Wo willst du in 10 Jahren sein?

Armin: In zehn Jahren will ich in Berlin einen erfolgreichen Club besitzen.

wassollwerden: Wir danken dir für das Gespräch.