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Die erste Million ist immer die Schwerste

Von der Sozialhilfe zur eigenen Firma? Zwei junge Frauen packen es an. Mit Hilfe einer engagierten Unternehmensberaterin wollen die beiden ein kleines Dienstleistungsunternehmen gründen. Wir haben sie über ihre ersten Schritte befragt. Bei zwei Tassen Milchkaffee berichten sie über ihre ersten Erfahrungen auf dem Weg zur eigenen Firma.

wassollwerden: Welche Schritte habt ihr bisher unternommen?

Maike: Auf Anraten unserer Unternehmensberaterin habe ich meine Sachbearbeiterin beim Sozialamt gefragt, ob es ein Überbrückungsgeld gibt für Leute, die aus der Sozialhilfe kommen und eine Firma gründen wollen. Damit im ersten halben Jahr der Gründung die Existenz gesichert ist.

wassollwerden: Darfst du denn als Sozialhilfeempfängerin keine Firma gründen?

Maike: Doch, aber ich darf nichts damit verdienen. Jeder Verdienst wird von der Sozialhilfe abgezogen, d.h. es ist nicht möglich, Rücklagen zu bilden. Das macht den Start fast unmöglich, denn zur Existenzgründung gehören ja auch Anschaffungen.

wassollwerden: Wie war denn die Zusammenarbeit mit dem Sozialamt?

Maike: Das Sozialamt hatte keinerlei Informationen. Laut Sozialamt gibt es keine Förderung für Sozialhilfeempfänger, die eine Firma gründen möchten. Deshalb schickte mich das Sozialamt zum Arbeitsamt.

wassollwerden: Ist denn das Arbeitsamt für dich zuständig?

Maike:
Auf dem Arbeitsamt hörte ich dann, dass das Arbeitsamt natürlich nicht für mich zuständig ist. Da das Arbeitsamt nur für Leute ist, die einen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben.

wassollwerden: Und wie geht es jetzt weiter?

Maike:
Dem Sozialamt muss ich jetzt 20 Bewerbungen um einen Arbeitsplatz nachweisen, auch für Stellen, für die ich überqualifiziert bin.

wassollwerden: Und wie war das bei dir, Kirsten?

Kirsten:
Ich war beim Arbeitsamt und habe dort erfahren, dass es Existenzgründungsgelder und Überbrückungsgelder nur für Arbeitslose gibt. Als Sozialhilfeempfängerin bekomme ich von dieser Stelle nichts. Danach war ich beim Sozialamt und habe nachgefragt, ob es Existenzgründungsgelder oder Überbrückungsgeld für Sozialhilfeempfänger gibt, die eine Firma gründen wollen.

Die Antwort war: Das kennen wir nicht. Davon wissen wir nichts. Aber gehen Sie mal zum Arbeitsamtberater. Der Arbeitsamtberater war sehr überrascht, dass man mich zu ihm geschickt hat, denn seiner Meinung nach wäre eigentlich das Sozialamt für mich zuständig. Freundlicherweise gab er mir eine Liste mit Adressen, die für mich interessant sind.

wassollwerden: Seid ihr jetzt demoralisiert? Wie wollt ihr weiter machen?

Kirsten:
Demoralisiert schon, aber selbst ist die Frau. Ich werde mich jetzt durch die Adressenliste klingeln und durchfragen. Ich hoffe, dass unsere Unternehmensberaterin, die uns auf freundschaftlicher Basis unterstützt, mir dabei hilft, eine Lösung zu finden. 

wassollwerden: Und wie gehst du weiter vor, Maike?

Maike: Ich werde mir einen Halbtagsjob suchen und die Existenzgründung weit weg von allen Ämtern vorantreiben.

wassollwerden: Vielen Dank für das Gespräch!

Haben Maike und Kirsten sich zuviel vorgenommen? Geht das überhaupt, von der Stütze in die Selbständigkeit? Fortsetzung folgt!

Und so geht's weiter: Doku Soap Teil 2