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Conny gründet mit Gründungszuschuss
Bewährt sich der Gründungszuschuss als Nachfolger der populären Ich-AG? Die wassollwerden-Redaktion hat die frischgebackene Berliner Ladenbesitzerin Conny (31) nach ihren Erfahrungen mit der Gründung ihres eigenen Geschäfts befragt.
wassollwerden:Liebe Conny, Du hast vor kurzem einen Laden eröffnet und bekommst einen Gründungszuschuss. Wie bist Du denn darauf gekommen?
Conny: Eine Freundin, die sich auch gerade selbstständig gemacht hat erzählt, dass es den Gründungszuschuss gibt. Ich hab mich dann im Internet schlau gemacht und erfahren, dass das gar nicht so wenig ist. Der Gründungszuschuss ist Arbeitslosengeld I und 300,00 Euro Pauschale für Sozialabgaben. Das alles bekommt man insgesamt 9 Monate lang. Das ist für jemand, der sich aus der Arbeitslosigkeit selbstständig machen will sehr attraktiv.
wassollwerden:Bei welchen Institutionen hast Du denn nach dem Gründungszuschuss gefragt? Wen hast Du angesprochen?
Conny:Man muss da einen Antrag beim Arbeitsamt stellen. Ich habe meiner Sachbearbeiterin mitgeteilt, dass ich mich selbstständig machen möchte. Dann wurde mir ein dreitägiger Intensivkurs zu dem Thema angeboten. Bei diesem Kurs wurde mir dann auch erklärt, wie man den Gründungszuschuss beantragt.
wassollwerden:War es schwierig, den Antrag auszufüllen? Hat Dir jemand dabei geholfen
Conny: Das Ausfüllen des Antrags war nicht das Problem,. Happig dabei ist, dass ich einen Businessplan schreiben musste, um diesen Gründungszuschuss zu erhalten. Das ist die größere Hürde und auch die, die viele davon abhält, sich selbstständig zu machen. Wenn man sich aber intensiv damit beschäftigt, merkt man, dass der Businessplan auch für einen selbst ganz wichtig ist.
wassollwerden:Hast Du für die Erstellung des Businessplans Unterstützung in Anspruch genommen oder hast Du das allein gemacht?
Conny: Ich hab mich wie gesagt viel im Internet informiert. Es gibt bestimmte Richtlinien, wie ein Businessplan zu erstellen ist. Zum größten Teil hab ich ihn selbst geschrieben. Ich habe aber auch Leute gefragt, zum Beispiel zur Standortanalyse und zur Zielgruppenanalyse.
Es gibt auch so genannte Existenzgründerbüros und Verbände, an die man sich als Gründer wenden kann, auch speziell für Frauen. Diese Coaches oder Berater schreiben Dir aber nun nicht Deinen Businessplan. Man muss schon selbst etwas erstellen. Das wird dann zum Schluss mit Dir durchgearbeitet, damit das Amt den Businessplan auch akzeptiert.
wassollwerden:Hast Du jemanden konkret angefragt, oder hast Du das einfach allein gemacht?
Conny: Also, ich hab mir wie gesagt die Infos im Internet geholt und mir zusätzlich Bücher zu dem Thema bestellt. Ich habe mir einen fertigen Businessplan runtergeladen, um vergleichen zu können.
wassollwerden:Was war denn für Dich der schwierigste Teil des Businessplans?
Conny:
Also in jedem Fall der Finanzteil. Beim Rest geht es um Marketing, Strategie und Zielgruppenanalyse. Zur Zielgruppenanalyse kann man sich ja auch viele Informationen aus dem Internet holen. Für jemanden, der eine geringere Schulbildung hat, ist das vielleicht anstrengender, aber letztlich wollen die ja keinen schön geschriebenen Aufsatz. Sie wollen sehen, dass Du Dich intensiv mit den Chancen und Risiken auseinandergesetzt hast.
wassollwerden:
Hat es lange gedauert, bis Du die erste Zahlung erhalten hast, nachdem Du Deinen Laden eröffnet hattest.
Conny: Um den Gründungszuschuss zu bekommen, muss man als erstes ein Gewerbe anmelden. Man kann nicht sagen: Wenn ich den Zuschuss nicht bekomme, dann mach ich mich auch nicht selbstständig.
Um den Antrag einzureichen muss man schon Gewerbe angemeldet haben. Dann bekommt man innerhalb der nächsten Wochen bescheid, ob man angenommen wurde oder nicht. Das geht dann relativ nahtlos vom Arbeitslosengeld über in den Gründungszuschuss. Das funktioniert schon.
wassollwerden:Du hast Deinen Laden jetzt seit 2,5 Monaten eröffnet. Wie siehst Du jetzt Deine Entscheidung, nachdem Du nun gestandene Ladenbesitzerin bist.
Conny:Also ich stehe nach wie vor hinter meiner Entscheidung, mir macht das Spaß. Es ist alles aufregend und auch nicht so leicht, ich muss mich schon mit vielen Sachen beschäftigen. Es ist nicht so, dass ich den ganzen Tag mit einem breiten Grinsen hinterm Tresen stehe und auf die Kunden warte., Ich muss die Buchhaltung machen, die Waren bestellen, die Rechnungen überweisen. Ich habe schon genug zu tun. Natürlich könnte ich die Buchhaltung auch auslagern, das heißt von jemandem erledigen lassen, aber das kostet eben auch. Das wollte ich von Anfang an nicht, ich will alles selbst machen, aber lasse mich dabei von einer Buchhalterin und meinem Steuerberater betreuen. Ich will es sozusagen kontrolliert selbst machen.
wassollwerden:Was ist für Dich das Schönste am eigenen Laden?
Conny: Ich sehe, dass meine Idee aufgeht. Dass die eigene Vorstellung von den Leuten angenommen wird. Ich stelle immer wieder fest, die Kunden freuen sich über mein Angebot. Und ich merke, dass es gut anläuft - das ist das Schönste!
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