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Job mit weisser Weste: Interview mit Chemielaborant-Azubi Benny
Worum es bei den verschiedenen Ausbildungen im Chemiebereich geht, haben wir im letzten Jobmagazin ja schon behandelt. Aber wie sieht es mit persönlichen Erfahrungen aus? Muss man eine glatte Eins in Chemie haben, um einen Ausbildungsplatz zu erhalten?
Die bohrenden Fragen der Wassollwerden-Redaktion an den jungen Chemielaborant-Azubi Benny:
wassollwerden: Hallo Benny, seit wenigen Monaten machst du in der Schweiz eine Ausbildung zum Chemielaborant. Wie kamst du auf die Idee, diese Ausbildung anzutreten?
Benny: Naturwissenschaften lagen mir schon in der Schule am besten. Außerdem hat mir mein Cousin öfter von seiner Arbeit erzählt und das hat sich ganz gut angehört.
wassollwerden: Warst du in der Schule besonders gut in Chemie?
Benny: Ich war sogar Klassenbester! Allerdings nur in einer einzigen Arbeit. Sonst war mein Schnitt in Chemie um die drei.
wassollwerden: Hast du vorher schon eine Ausbildung angefangen? Wie lief das?
Benny: Jawoll! Aber die hat keinen Spaß gemacht. Das war was Kaufmännisches. Lief zwar easy, nur hatte man dort keinerlei Perspektiven.
wassollwerden: Was gefällt dir bei deiner Ausbildung am besten?
Benny: Ich kann jeden Tag was Neues lernen. Man lernt Zusammenhänge in der Natur besser verstehen.
wassollwerden: Und was macht dir am wenigsten Spaß?
Benny: Negatives kann ich dir noch nix erzählen. Vielleicht später mal.
wassollwerden: Wie sieht dein Arbeitstag im Betrieb so aus? Kannst du den mal kurz beschreiben?
Benny: Ich bin in einem Labor, das sich mit Verfahrensentwicklungen befasst. Zurzeit machen wir jeden Tag prinzipiell das Gleiche. Nur werden immer etwas unterschiedlichen Edukte verwendet. So untersuchen wir durch viele, viele Versuche, mit welchen Ausgangsmaterialien wir die größte Ausbeute und das reinste Produkt herstellen können. Das Ergebnis unserer Arbeit wird dann im Betrieb umgesetzt. Ich habe mal nachgefragt: Was wir genau machen, darf ich nicht weitererzählen, weil das die Konkurrenz auch gerne wüsste. Die machen so was Ähnliches. Hauptsächlich mischen und destillieren wir.
wassollwerden: Und womit beschäftigt ihr euch in der Berufsschule?
Benny: Ich nur mit Chemie, Physik, Mathe, Bio und Englisch. Es gibt auch noch allgemein bildende Fächer und Sport. Da habe ich mich aber gleich mal befreien lassen. In Deutschland sieht der Stundenplan etwas anders aus.
wassollwerden: Hast du schon viele neue Leute bei deiner neuen Firma kennen gelernt?
Benny: Hunderte!! Alle voll O.K.
wassollwerden: Jetzt mal ganz indiskret: Wie viel verdienst du im ersten Lehrjahr?
Benny: Fast nix! 650 SFR brutto
wassollwerden: Da wird es einige geben, die gerne mit dir tauschen würden! Hast du dich schon informiert, wie weit es ein Chemiker bringen kann bzw. welche Aufstiegschancen es gibt?
Benny: Selbstverständlich! Das habe ich gleich mal im Einstellungsgespräch erledigt. Du kannst es je nach Qualifizierung und Fleiß recht weit nach oben schaffen. Bei meinem Arbeitgeber jedenfalls. Wahrscheinlich auch bei allen anderen.
wassollwerden: Ist dir schon mal ein Versuch misslungen, hat es schon mal so richtig geknallt?
Benny: Richtig misslungen ist eigentlich noch nix. Heute habe ich einen Kühler geschrottet. Mit Chemikalien die auch mal explodieren könnten, sind wir recht vorsichtig. Wir haben nur manchmal CO 2 oder SO 2 Alarm, weil der Benni irgendwas nicht richtig zu gemacht hat. (Ist erst zwei mal passiert...)
wassollwerden: Vielen Dank für deine beruhigenden und ausführlichen Antworten!! Bestimmt haben wir auch anderen Sprengköpfen Lust gemacht, sich für die Ausbildung zum Chemielaboranten zu interessieren!
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