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Ballern allein reicht nicht
Viele Jugendliche sind zwar fit darin, ihren World-of-Warcraft-Helden zum Sieg zu verhelfen und im Internet mit virtuellen Freunden zu chatten. Wenn es jedoch um Programme geht, die für den Beruf nützlich sind, tun sich Lücken auf.
Kai ist 16 und ein typischer Computernutzer seiner Generation: „Ich verbringe schon viel Zeit vor dem Computer, meist spiele ich Counterstrike und andere Action-Games. Mit Word befasse ich mich selten. Ich habe zwar schon mal eine Hausaufgabe mit Word geschrieben, aber das lief nicht so gut.“
Natürlich hat die Generation Google es leichter, sich am Rechner zurechtzufinden, schade nur, dass sie dabei so wenig nützliches Wissen erwirbt.
Das Marktforschungsinstitut TNS Infratest befragte 200 Handwerksmeister mit überraschenden Ergebnisse: 46 Prozent der 500.000 deutschen Auszubildenden haben demnach keine ausreichenden Kenntnisse im Umgang mit Computer und Internet. Über die Hälfte der Azubis kann laut der Aussage ihrer Meister nicht genügend mit Textverarbeitungsprogrammen wie Word umgehen.
So scheint es ein Klischee zu sein, dass Jugendliche die Computerkenntnisse quasi mit der Muttermilch aufsaugen. Dabei legen die Personalchefs großen Wert auf Kenntnisse am Computer.
Löblicherweise hat sich die Kritik der Handwerksmeister und Personalentscheider nicht nur darin erschöpft, die Auszubildenden zu kritisieren, auch die eigenen Betriebe scheinen Nachholbedarf in Sachen digitale Medien zu haben. Über die Hälfte der angebotenen Schulungsmaßnahmen im Bereich Informationstechnik wird von den Befragten als nicht gut bewertet.
Auch in den Schulen scheinen die Schüler/innen noch zu wenig darauf vorbereitet zu werden, dass in vielen Jobs der Umgang mit dem PC inzwischen zum Berufsbild gehört.
Wer deshalb bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz punkten will, ist gut beraten, nicht nur die Evolution der „Siedler“ im Auge zu behalten und seine „Sims“ im Griff zu haben, sondern auch mal einen Blick auf Word und Excel zu riskieren.
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